EUYO in Berlin – Meeting history, creating future

© Benjamin Pritzkuleit

„Artistic quality cannot exist without political freedom, it is a necessity for us to keep on doing what we are doing.“ – Anik Schwall, Cello, Luxembourg

Das  European Union Youth Orchestra (EUYO) feierte am 9. November 2014 das 25-jährige Jubiläum des Mauerfalls in Berlin: mit Kammermusik entlang der LICHTGRENZE und in der Versöhnungskapelle an der Gedenkstätte Berliner Mauer, mit sinfonischer Umrahmung der EUROPA-REDE, der musikalischen Begleitung der Falling Walls Conference, der Übernahme der LICHTGRENZE-Ballon-Patenschaften sowie der Erkundung der europäischen Geschichte und Gegenwart im Rahmen des Jubiläums. Die jungen Musiker aus 28 EU-Staaten, die 1989 zum Teil noch gar nicht geboren waren, begaben sich im Rahmen der Feierlichkeiten eines der bedeutsamsten historischen Momente in Europa des 20. Jahrhunderts auf eine musikalische Spurensuche.

© Benjamin Pritzkuleit
Politisches Leben in Berlin kennenlernen: Das EUYO auf dem Weg ins Paul Löbe Haus.                           © Benjamin Pritzkuleit

Das EUYO repräsentiert in seiner Zusammensetzung, aufgrund seiner Trägerschaft, vor allem aber durch sein künstlerisches Profil und seine Mission das lebendige und erfolgreich agierende Modell einer gesamteuropäischen Idee – das in seiner heutigen Form ohne den Mauerfall und das damit verbundene Zusammenwachsen Europas nicht denkbar wäre. Die heute 14- bis 24jährigen Musiker stehen zudem für die erste Generation in Europa, die den Eisernen Vorhang selbst nicht mehr kennengelernt hat – die ältesten unter ihnen kamen im Jahr darauf zur Welt.

„Es ist hier so, wie das zyprische Volk es gern zu Hause hätte, das Land ist endlich wieder vereint“, sage Storys Chrysostomou, ein damals 21 Jahre alter Musiker aus Zypern im Gespräch mit der ARD-Kulturkorrespondentin Maria Ossowski. „Ich lebe zum Beispiel in der Hauptstadt von Zypern, in Nikosia, die auch geteilt ist. Zwar nicht durch eine Mauer, aber durch eine grüne Linie. Ich kann mir also vorstellen, wie es hier vor 25 Jahren war.“

© Benjamin Pritzkuleit
Musiker des EUYO spielten am Abend des 8. November 2014 am Checkpoint Charly.                               © Benjamin Pritzkuleit

Initiiert wurde das Projekt von Andreas Richter und dem CEO des EUYO Marshall Marcus; gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie die beteiligten Partner. Dazu zählten die Stiftung Zukunft Berlin, Kulturprojekte Berlin, die Stiftung Berliner Mauer, die Konrad Adenauer Stiftung, die Robert Bosch Stiftung sowie das Radialsystem V.

„Die friedliche Revolution von 1989 hat Europa maßgeblich geprägt und beeinflusst. Ohne die Solidarität der europäischen Staaten wäre umgekehrt die Wiedervereinigung undenkbar gewesen. Was eignet sich besser, um den Dank und die Freude über dieses historische Ereignis auszudrücken, als eine Gruppe junger Menschen aus ganz Europa mit einer Musik, die über alle Sprachen hinaus die Herzen der Menschen erreichen kann?“ (Andreas Richter)

Die Lichtgrenze entlang der Berliner Mauer. © Benjamin Pritzkuleit
Die Lichtgrenze entlang der Berliner Mauer. © Benjamin Pritzkuleit

Als die EU im Frühjahr 2016 aufgrund ihres veränderten Kulturförderungsprogramms dem EUYO die Forderung entzog, erhob sich europaweiter Protest von Musikern, Kulturschaffenden, von Publikum und Presse. Andreas Richter veröffentlichte im Berliner Tagesspiegel einen Artikel zum Thema.

Link

EUYO in Berlin Website

www.rbb-online.de
European Union Youth Orchestra 25 Jahre Mauerfall: Video 1
European Union Youth Orchestra: Video 2