Molyvos International Music Festival

© Stratis Kouniaris
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Auf der Insel Lesbos, wo sowohl die Auswirkungen der griechischen Finanzkrise, wie auch die katastrophalen Folgen der internationalen Flüchtlingskrise schmerzhaft zusammenlaufen, haben die deutsch-griechischen Pianistinnen Danae Dörken und Kiveli Dörken gemeinsam mit dem Unternehmer Dimitris Tryfon im vergangenen Jahr das Molyvos International Music Festival (MIMF) ins Leben gerufen.

Molyvos_Leitungsteam
© Stratis Kouniaris

Nach dem europaweit viel beachteten Start im Sommer 2015 ging das Moylvos Festival im August 2016 in die zweite Runde. Dabei stellte das Programm einen unmittelbaren Zusammenhang zu den politischen Themen und Fragen her, mit denen sich die internationale Gemeinschaft aktuell konfrontiert sieht – und die sich auf Lesbos in bekannt-dramatischer Weise niedergeschlagen haben. Mit Kompositionen griechischer, deutscher, ungarischer, amerikanischer sowie syrischer und israelischer Komponisten wurde ein musikalischer Reichtum unserer Zeit präsentiert, der aufzeigte, inwiefern das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Traditionen eine Chance auf Neuentdeckung und Weiterentwicklung darstellen kann. Werke von Mozart, Dvořák, Bartók und Brahms standen neben denen von Athena Adamopoulos, Ross Dally, Kinan Azmeh und Gilad Hochman. Hochmans Arrangement seiner Komposition „Nedudim“ für Mandoline und Streichquartett wurde am 17. August in Molyvos uraufgeführt.

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Präsentiert wurden die Werke von Kammerensembles, die sich exklusiv zu diesem Festival generierten. Dabei traten international gefeierte Stars wie Lars Vogt, Sebastian Manz, Celine Moinet und Maximilian Hornung mit renommierten jungen Musikern aus aller Welt auf. Auch die beiden Festivalgründerinnen Danae und Kiveli Dörken, die als künstlerische Leitung das Gesamtprogramm verantworten, waren am Klavier zu erleben .

Zentraler Spielort des Festivals ist die mittelalterliche Burg von Molyvos. Die aus prähistorischer Zeit stammende Kleinstadt, die seit 1919 offiziell Mithymna heißt, kann auf eine lange und wechselhafte Geschichte zurückblicken. Seit jeher sowohl von europäischen als auch außereuropäischen Traditionen geprägt, bildet sie heute die ideale Kulisse für das junge Festival, das es sich zum Ziel gesetzt hat, die musikalische Vielfalt der Welt für das Publikum unmittelbar erlebbar zu machen. Auch deshalb wird  es neben den fünf Hauptkonzerten sogenannte „Molyvos Musical Moments“ geben: An unterschiedlichen Plätzen des malerischen Ortes, am Strand, am Hafen oder einfach auf den Straßen treffen sich die Musiker zu kleinen musikalischen Einlagen und verwandeln das Dorf für vier Tage in ein musikalisches Klang-Kaleidoskop.

Mit der Zusammenführung von Musikern unterschiedlicher Herkunft, Nationalität und kultureller Prägung steht das Molyvos Festival sowohl für die Förderung grenzüberschreitender kultureller Zusammenarbeit als auch für gelebten interkulturellen Dialog. In einem der Hauptzentren der internationalen Flüchtlingskrise gelegen, hatte das Molyvos Festival in 2015 unmittelbaren Anteil an den Aktivitäten, die lokal unternommen wurden um der dramatischen Lage Herr zu werden. Ziel ist es nun, die Inselbewohner zu unterstützen, die sich mittlerweile durch den enormen Rückgang des Tourismus aufgrund der Flüchtlingskrise in ihrer eigen Existenz gefährdet sehen. Das Molyvos Festival arbeitet daran, die eigene internationale Vernetzung zu verstärken und die Publikums-Akquise noch stärker auf ganz Europa auszudehnen. Unterstützt wird das Molyvos Festival durch die Deutsche Botschaft in Athen.

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© Stratis Kouniaris

Das Festival steht unter der künstlerischen Leitung der Schwestern Danae und Kiveli Dörken. Unterstützt werden sie von einem Beratergremium, in dem neben Andreas Richter Marlis Petersen und Lars Vogt sowie Jochen Sandig, der künstlerische Leiter des Radialsystem V in Berlin und Geschäftsführer von sasha waltz & guests vertreten sind.

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Links
www.molyvosfestival.com

Der Berliner Tagesspiegel über das Molyvos Festival 2016